|
Okt 11
2009
|
|
Aug 06
2009
|
Unser Urlaub im Newlife Hotel in Holzleiten war wunderschön. Schon als wir ankamen, genossen wir die ruhige und gemütliche Atmosphäre im Hotel. Das Hotel ist neu renoviert und es ist viel Holz verbaut worden. Überall gibt es kleine Dekoration, die es hübsch und gemütlich wirken lassen.
Unser Zimmer war einfach schön und der Ausblick vom Balkon; es gibt nur ein Wort TRAUMHAFT. Das Zimmer war elegant aber unglaublich gemütlich.
Und für Gourmets war das Hotel absolut empfehlenswert. Denn bereits beim Frühstück gab es eine so große Auswahl, dass man nicht wusste, was man zuerst essen sollte. Das setzte sich dann beim Mittagsbuffet fort. Und Abends gab es immer ein sehr schönes 5-Gang-Menü.
Sehr schön war natürlich der Wellness-Bereich. Er ist sehr durchdacht und es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten zur Entspannung. Zudem gibt es eine kleine Snack-Bar, die das Wellness-Vergnügen perfekt macht. Besonders schwangere Frauen profitieren von einer Beratung, welche Wellness-Behandlungen in ihrem Schwangerschaftsmonat ratsam sind.
Wir würden immer wieder nach Holzleiten fahren. Auch, weil es zu allen anderen Vorteilen ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis gab.
|
Okt 24
2008
|
Finca MallorcaPosted by Info in Untagged |
Den wohlverdienten Urlaub buchen immer mehr Menschen über das Internet, vorbei sind die Zeiten das Standart Urlaub im Reisebüro gebucht wurde. Was jetzt zählt ist der individuelle Ferienhaus und Finca Tourismus der besonders auf Mallorca immer beliebter wird. Von Jahr zu Jahr vergrößert sich die Scharr der individual Ferienhaus Urlauber um ein vielfaches. Mallorca Ferienhaus Vermieter wie das Online Portal www.Traumferienhausreisen.de bieten eine große Auswahl an Ferienhaus und Finca Objekten in allen Lagen. Ob es ein Ferienhaus am Strand mit Pool und Fitnessraum oder eine Finca mit angeschlossener Landwirtschaft sein soll alles wird angeboten. Exklusive Ferienwohnungen mit Meerblick in bevorzugter Lage erweitern das vorhandene Angebot und bieten garantiert erholsame Ferien auf der Sonneninsel Mallorca!
|
Sep 19
2007
|
Indien, ab gehts!Posted by Bettina in Untagged |
Reisebericht : Bettina in Indien
Mother Mumbai
Nachts um halb drei in einer voellig fremden Stadt anzukommen, war ein nicht ganz entspannendes Gefuehl. Aber sofort nach Verlassen des Airports wusste ich, ich hab das Richtige gemacht. Allen Mut zusammen genommen und raus aus dem Alltag. Flug mit Air India von Frankfurt nach Mumbai hat prima geklappt. Warum auch immer, es stuermten nicht wie erwartet Horden von Indern auf mich zu und wollten mir genau ihren, den allerbsten Taxidienst auf diesem Planeten verkaufen. Gemuetlich schlendernd habe ich mich mit zwei Franzoesinnen zusammen getan und wir starten durch nach Colaba, dem bessern Wohnviertel Mumbais. Warme Luft weht ins Taxi rein, die vorbeiziehenden Haeuserfassaden sind ganz schoen angeranzt, aber es liegt etwas in der Luft, was ich so in Asien noch nicht bemerkt habe. Entspannung durchstroemt meinen Koeper.
Hier kann ich wieder atmen, auftanken, einfach sein.
Das Spielchen heisst ab heute "Wuensch Dir was" und nicht "so ist das".
Der erste Tag: das Gateway of India ist direkt um die Ecke, ich schlendere los, habe Julia (30, auch aus Koelle) getroffen, wir werden gemeinsam diesen Trip meistern. Gateway ist nicht so spannend, spannender war der Toilettenbesuch im Taj Mahal Palace Tower, ein absolut majestaetisches Hotel. Sehr ehrwuerdig inclusive Premium-Service vom Allerfeinsten: Die Dame neben dem Waschbecken dreht den Wasserhahn fuer mich auf, ich benetze meine Haende mit Wasser, behende sprueht sie die Seife dazu. Nach dem Abwaschen werden mir Tuecher gereicht und Madame dreht den Wasserhahn wieder zu. So was habe ich noch nie erlebt, koennte mich aber daran gewoehnen. Durch die Strassen treiben lassen, bisschen frische Grenadine futtern, die Inder beobachten das macht Freude.
Viele Dienste werden angeboten, die ich in der Vielfalt und Haeufigkeit auch noch nicht gesehen habe: Schuhputzer-Service, Wieg-Service, Schreib-Service, Ohrenputzer-Service,...einfach alles. An dem naechsten Schreibmaschinenstand kann ich auch nicht einfach so vorbeigehen. Zurueck versetzt in ein schon fast vergessenes Zeitalter ohne Computer druecke ich im zwei-Finger-Suchsystem die Buchstaben hart bis um Anschlag. Sofort versammelt sich eine Traube Inder um mich und beobachtet das Geschehen. So was macht einfach nur Spass!!
Weiter, wo ist mehr Indien? Durch die Mahatma Gandhi Road zum Bahnhof. Strassen voller Inder, wildes Gehupe, habe mir dennoch das Chaos groesser vorgestellt. Fuer so ein riesen Molloch voellig OK. Kaum Touristen, kaum Angequatsche, dafuer Palmen und koloniale Architektur vom Feinsten.
Als ich am Victoria Bahnhof, der jetzt einen so schwierigen indischen Namen bekommen hat den ich nicht aussprechen kann ankomme, bleibt mir der Mund offen stehen.
Wahnsinnig beeindruckend dieses Bauwerk.
Da stehe ich nun, versunken im Moment und staune, als ich von einem recht smarten Typen angsprochen werde, was ich denn hier so mache. Gute Frage mein Lieber, Indien entdecken und selbst? Ja, also er wuerde gerade eine kleine Pause vom Kricket machen. Kricket, spitze. Wo? Da will ich hin. Kein Problem, seine Mannschaft spielt gleich. Wir schlendern auf das riesige Kricketfeld. Man merkt den Collegejungs ihren gesellschaftlichen Status schnell an. Das ist die indische upper Class. Muss man alles mal gesehen und erlebt haben. Zum Glueck versuchen sie uns nicht die Regeln von diesem furchtbar langatmigen und schrecklich langweiligen Spiel zu erklaeren, das geht gar nicht.
Die Jungs sprechen perfektes englisch, wollen ihren MBA in London machen und ihre Hochzeitsreise in die Schweiz. Sauber! Wir unterhalten uns gut, lachen viel und das Angebot morgen gemeinsam mit ihnen die Stadt zu erkunden ist einmalig.
Gerne nehmen wir an. Besser gehts nicht. Der Plan steht.
Den Abend verbringen wir am bekannten Chawpatty Beach, wo die Inder sich vergnuegen und enstpannen, die Kinder auf uralten Karussels fahren und Massagen, Maiskolben und grell-buntes Wassereis angeboten werden. Allerdings viel zu dreckig um ins Wasser zu gehen.
Vom Bierdurst getrieben landen wir im Cafe Ideal und habe den sensationelle Tischnachbarn Affi, der schon Heinz von Heinz-Ketchup in seinem Haus beherbergt hat und nateurlich koennen wir seine Nummer fuer Notfaelle haben. So laeuft das hier...Wilde Geschichten erzaehlen, den Hits aus der alten Musicbox lauschen und viel lachen.
Ich bin in Indien und geniesse es so sehr! Das ist ein wunderbar entspannter Abend. Bei "Take my breath away" wird mir ganz warm ums Herzchen und die Nachtruhe ruft.Gut ausgeruht kann der zweite Tag kommen.
Ab geht die Party und die Party geht ab!
Die Jugs sind puenktlich am vereinbarten Ort und Julia und ich gestaerkt von einem hervorragenden Capuccino und saftigem Trippelschoko-Brownie voller Lust for Life!!
Die Karre hat eine irre Soundmaschine und mit offenen Fenstern, Sonnenbrille auf der Nase und Hindipop in voller Droehnung cruisen wir den achtspurigen Marine Drive runter. Gigantisch, was fuer ein grossartige Erlebnis!
Wie immer wenn es schoen ist, geht die Zeit rasend schnell vorbei und schon heisst es Abscheid nehmen und Rucksack packen.
Spicejet und der Flug nach Ahmedabad warten.
Von dort aus geht es mit dem Nachtzug nach Udaipur...Eng, laut, stickig, ruckelig, aber das ist es was das Reisen ausmacht.
Unterwegs angekommen sein!
weiter gehts unter www.reisegefuehle.de
|
Jul 08
2007
|
Im Land der langen weißen Wolke - NeuseelandPosted by akriegelstein in Untagged |
Notizen von während der Reise:
inzwischen bin ich in christchurch gewesen, das an seinem fluß manchmal in der tat ein wenig oxfordian ist (daher der name - christ church, das elitärste von allen, und das einzige, das nicht einladend ist), wo paul theroux diese und alle anderen reisen beenden wollte, bevor er dann die grossen landschaften der südinsel entdeckte, in christchurch also, dessen umgebung, die canterbury plains, englands huegelige landschaften pur sind. in dunedin und rundherum war ich in schottland, dunedin ist edinburgh nachhempfunden und liegt genau wien gegenueber, und dann ein stueck nach links, ich war an weisssandigen pazifikstraenden vor tuerkisfarbenem meer, in den hiesigen suedalpen unter dem mount cook (3700m) und gestern in subtropischem regenwald unter schneebedeckten gletschern und ueber dunkelgruenen fjorden wie in norwegen. nun bin ich in queenstown, das luzern am vierwaldstaettersee gleicht. irre, oder? und natuerlich hatte ich darueber gelesen und sowas erwartet, aber es ist schon ziemlich unfassbar, wenn man es erlebt.
im regenwald haben wir uebrigens eine kleine wanderung von zweieinhalb stunden unternommen. dann kam uns jemand entgegen. um uns dort aus seiner richtung entgegenzukommen, muss er eine achtstuendige wanderung hinter sich gehabt haben. es war ein japaner. mit einem grossen koffer in der hand...
die sind einfach tapferer als wir.
die kiwis jedenfalls sind herrlich unkompliziert und sehr lustig. ausser, sie verlieren im rugby gegen die franzosen. das letzte mal haben sie ihr land umbenannt: aus dem maori-wort fuer das land der langen weissen wolke
wurde das land der langen schwarzen wolke. damals mussten sie sich mit exzessivem gummistiefel-weitwerfen abreagieren. das kann niemand so gut.
ansonsten haben alle einwohner bei den verfilmungen der lord of the rings-trilogie mitgearbeitet oder mitgespielt oder kennen wen, der dabei war. an ein paar drehorten war ich auch bereits, und "deine mutter hat meinen hund gegessen" auf tolkien kann ich auch schon.
pinguine hab ich gesehn und keas (bergpapageien, die alles klauen, was nicht wirklich niet- und nagelfest ist, bis hin zu gummidichtungen von autowindschutzscheiben), robben und 10 mio. schafe, rotwild, huehner, kiwis und noch 10 mio. schafe (teils auf meinem teller).
jutta, unsere einheimische fuehrerin, hat mir erzaehlt, wie sie ihr erstes huhn geschlachtet hat: die bauern rundherum hatten ihr, die aus karlsruhe ausgewandert war, gesagt, es sei ganz einfach: hals dehnen und umdrehen.
jutta hatte alle ihre huehner getauft. sie nahm eine flasche wein zu sich, und dann sollte es ihrer henne henni controlleti an den kragen gehen. als erfahrung blieb, dass huehner ihren hals mehrmals drehen koennen und dabei ziemlich viel mist machen. sie hat henni dann erschossen.
mit solchen und aehnlichen sachen haben ihr mann und sie nachbarn in 200 quadratkilometern umgebung jahrelang unterhalten. die liebten sie. vor allem, als sie nussbaumholz fuer einen zaun verwendeten, der dann prompt
ausschlug. damit kamen sie in die zeitung.
ich war per heli auf dem fox- und dem franz josef-gletscher, jetbootfahren im haast-river, habe die westküste der südinsel genossen, bin nach einer feinen nacht in nelson durch die marlborough-sounds geschippert, eine der wunderbarsten landschaften, die ich je gesehen habe, war in rotorua und an vulkanen und geysiren, bin in wellington (virtuell) bungee gesprungen, habe in auckland das chinesische neujahr gefeiert und hundertwassers klo in kawakawa ausgelacht. sein refugium in der bay of islands kann aber nur herrlich gewesen sein, die bay ist es jedenfalls.
im milford sound, der eigentlich kein sund, sondern ein fjord ist, dort, wo subtropischer regenwald unter schneebedeckten gletschern und ueber dunkelgruenen fjorden zu sehen ist, habe ich japaner gesehen, die aufgehoert haben zu fotografieren. es war ihnen zu viel geworden, oder sie konnten sich nicht mehr entscheiden, welches motiv zuerst, oder sie wollten ihrem tenno danken, oder was auch immer - das ist jetzt fuer mich ein standard: ein japaner, der seine kamera haengen laesst. und vielleicht sogar seinen koffer abstellt. milford sound, unglaublich.
|
Jul 08
2007
|
Wege zu GiottoPosted by akriegelstein in Untagged |
And you ask, "Is this where it is?"
And somebody points to you and says
"It's his"
And you say, "What's mine?"
And somebody else says, "Where what is?"
And you say, "Oh my God
Am I here all alone?"
Bob Dylan, Ballad of a Thin Man
Es gibt in Italien diesen Witz, in dem ein Carabiniere, Angehöriger eines Berufsstandes, dem in Italien enzyklopädisches Wissen selten unterstellt wird, in einem Laden Poster für die Kaserne erfragt. Auf die Frage des Verkäufers: "Di Giotto?", was im Italienischen auch wie "Diciotto (18)?" klingt, erwidert er, es könnten auch neunzehn oder zwanzig sein. So weit muss man kommen, nach siebenhundert Jahren noch für solche Scherze herhalten zu können. Er ist auch in einer Redewendung präsent, "rund wie das O von Giotto", weil er, wie das unersetzliche Klatschmaul Vasari berichtet, dem Papst aufgeforderter weise kein Bild als Zeichen seiner Kunstfertigkeit übersendet, sondern einen freihändig gezeichneten Kreis.
Als 1998 das Dach der Oberkirche von Assisi einstürzte, fiel auf, dass in italienischen Medien von Giotto so wenig die Rede war; die Journalisten hatten gut recherchiert: dem gegenwärtigen Stand der wissenschaftlichen Diskussion entsprechend muss man sehr vorsichtig sein: es ist sicher, dass Giotto an den Fresken der Oberkirche von S. Francesco mitgearbeitet hat, aber es wird seit mehr als einem Jahrhundert intensiv daran gearbeitet zu eruieren, wie viel und was genau er beitrug. Sicher ist, dass er dort in seinen jungen Jahren gearbeitet hat, und sicher ist, dass vieles von ihm sein könnte, einiges ihm zugeschrieben werden kann. In seinen späten Jahren hat er zweifelsfrei in der Unterkirche in Assisi gearbeitet, und Giotto ist zumindest der erste Künstler, bei dem das Frühwerk von seinen Alterswerken unterscheidbar ist.
Vieles von ihm ist verloren, unter anderem alles, was er in Neapel und Mailand hinterlassen hatte. In Rom sehen die Besucher der Lateranbasilika das blasse Fragment eines Freskos, das Bonifaz VIII. 1300 bei der Ausrufung des ersten Heiligen Jahres darstellt, sein Werk in der Pinakothek des Vatikans ist schon weniger bekannt. Als seine reifsten Arbeiten werden die Bardi- und Peruzzi-Kapelle in S. Croce zu Florenz angesehen, zu seinen Hauptwerken zählt die Ognissanti-Madonna in den Uffizien und mit zum Berühmtesten gehört der Campanile des Doms von Florenz, der allerdings nur sehr teilweise auf seinen Entwurf zurückgeht. Als besterhaltenes Gesamtwerk Giottos darf man die Arena-Kapelle zu Padua betrachten, die er noch in der ersten Hälfte seiner Schaffensperiode ausgemalt hat und deren Restaurierung nun als abgeschlossen gelten darf, was sein Werk betrifft. Sie ist der Höhepunkt jeder Besichtigung von Padua, die neben Giotto auf eine Stadt aufmerksam macht, die mehr Malerei des vierzehnten Jahrhunderts, des Trecento, aufweist als selbst Florenz.
Wer sich in Giotto vertieft, glaubt bald, seine Handschrift erkennen zu können. Das ist nicht selten ein Irrtum, denn er steht nicht ganz so singulär da, wie ihn vor allem das vorvergangene Jahrhundert erlebt hat. Es gilt heute als erwiesen, dass seine Figurensprache nicht unerheblich von der Dombauschule von Reims, dem dortigen Skulpturenschmuck, beeinflusst war. Er hat nicht die Perspektive neu erfunden, die die Antike schon gekannt hatte und die auch ihm noch nicht wirklich zugänglich war, um die sich aber vor und neben ihm schon andere bemühten. Neben Cimabue hat er wohl auch viel von Cavallini in Rom empfangen. Er gehörte großenteils noch der Gotik an, ganz dem Mittelalter und hat nicht die Renaissance anklingen lassen, auch nicht allein die Malkunst der Neuzeit eingeläutet. Der Geniekult insbesondere des 19. Jahrhunderts hat vieles undeutlich gemacht, vereinfacht und überlagert. Über ihn zu schreiben muss damals allerdings einfacher gewesen sein. Dieses In-die-Knie-Gehen romantisierender Epochen und Schulen beeinflusst jedoch auch den zeitgenössischen Betrachter, aber es ist ohnehin fraglich, wie wertvoll der wissenschaftliche Skeptizismus abseits der fachlichen Debatte ist, der nur das Beweisbare gelten lässt und damit dem Materialismus in seiner Schwäche ähnelt.
Ehrfurcht vor Giotto ist allemal angebracht. Und wenn man heute Padua besucht, wird neben seinem frisch restaurierten vollständigsten Hauptwerk vor Augen geführt, wie wenig selbstverständlich es ist, so viel von ihm noch sehen zu können: die Fresken des jungen Mantegna in der Eremitanikirche, hundert Meter neben der Arena, sind einem Bombardement 1944 zum Opfer gefallen und gehören zu den schwersten kunsthistorischen Verlusten des letzten großen Krieges in Europa, sind uns nur noch in alten Fotografien zugänglich. Sie haben Goethe erstaunt, der Giotto noch zu den Barbaren zählte. Auch die Katastrophe von Assisi macht deutlich, wie wenig vom Reichtum der Welt von vor siebenhundert Jahren noch sichtbar ist, und wie wenig selbstverständlich seine Existenz ist.
Dass die Scrovegni-Kapelle zu Padua noch dazu ein unumstrittenes, gänzlich und hervorragend erhaltenes Oeuvre ist, erhöht ihren Wert. Zu Recht wurde von der Magna Charta des Mittelalters gesprochen.
Zu wenig eingegangen wird meist auf die Umstände, unter denen Giotto zwischen 1303/1305 etwa 600 Tage lang in Padua gearbeitet hat:
Was wir heute Italien nennen, war damals, wie man so sagt, Spielball der großen Mächte, wie noch über ein halbes Jahrtausend danach: eine Generation, damals muss man sagen: ein Lebensalter vor der Arbeit in der Arenakapelle war mit Konradin der letzte regierende Staufer in Neapel enthauptet worden, das Heilige Römische Reich (Deutscher Nation) war Geschichte, der französische König und der Papst rangen um die Vorherrschaft, in Rom selbst die großen in alle möglichen und unmöglichen Fraktionen zerstrittenen Familien. 1294 war der völlige Außenseiter Pietro del Murrone nach 27-monatiger (!) Sedisvakanz und nicht enden wollenden Streitigkeiten der Teilnehmer des Konklave als Cölestin V. und mutige Notlösung auf den Stuhl Petri erhoben worden. Mit ihm scheiterte der letzte Versuch des Mittelalters, sich einen heilig mäßig lebenden Papst zu erlauben. Nach fünf Monaten sah der "Engelspapst", der unter kräftigem Einfluß Karls II. von Anjou und damit der französischen Krone stand, seine Unzulänglichkeit ein und dankte "freiwillig" ab. Ignazio Silone hat das in seinem "L'avventura d'un povero christiano" verewigt.
Ihm folgte nicht zufällig Bonifaz VIII. aus dem Geschlecht der Caetani, der seinen Vorgänger bis zu dessen Lebensende sicherheitshalber unter Verschluss hielt. Bonifaz VIII. war eine der gewalttätigsten Figuren auf dem päpstlichen Stuhl, was etwas heissen will, und er hatte einen gleichwertigen Gegenspieler: Philipp den Schönen von Frankreich. Die beiden kommunizierten mit heiteren Briefchen wie: "Philipp an Bonifaz keinen Gruß. Deine Dummheit möge wissen, dass wir niemandem in weltlichen Dingen unterstehen."
Das einem Papst, der gerade mit enormem Erfolg das erste Jubeljahr der Geschichte ausgerufen hatte (an den Karol Woytila 2000 sicher oft gedacht hat), und der die unglaublichste aller päpstlichen Bullen erließ, Unam Sanctam, wonach die geistliche und die weltliche Macht dem Papst unterstünde, und nach der es außerhalb der einen Kirche kein Heil geben könne, ja, es heilsnotwendig sei, dem römischen Bischof untertan zu sein (woran Herr Ratzinger sicher oft denkt). Das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis 1854 war irgendwie noch besser, aber ein Dogma ist keine Bulle.
Bonifaz exkommunizierte Philipp, legte sich mit der in Rom immer schon mächtigen Familie der Colonna an und musste erleben, was vor ihm so noch keinem Papst widerfahren war: dass der Kanzler Philipps, Guillaume de Nogaret, gemeinsam mit Sciarra Colonna ihn in seiner Burg zu Anagni gefangen nahm, wobei der Colonna Bonifaz eine Ohrfeige angedeihen ließ, die die Welt des Mittelelters erschütterte, Bonifaz aber noch mehr. Wenn auch von seinen Anhängern nach wenigen Tagen befreit, erholte sich der Papst von seinem Alptraum nicht mehr und starb wenige Wochen später.
Ihm folgte das päpstliche Exil seiner Nachfolger in Avignon, damit die Herrschaft der französischen Krone über das Papsttum, später das Schisma und damit der Untergang einer Welt. Letztlich hatte der Nationalismus die Oberhand behalten, womit wir noch genug zu tun haben, und der eigentliche Traum des Mittelalters war dahin, oder das Träumen.
Philipp der Schöne von Frankreich errang auch einen Sonderplatz in den Geschichtsbüchern, weil er den Templerorden auflöste, die Templer verfolgte und in Massen foltern und hinrichten ließ und sich so der ungeheuren Schätze des Ordens bemächtigte. Weil er auch mit der Währung seiner Zeit herumspielte, wurde er von Bonifaz nicht ganz zu Unrecht als Falschmünzer beschimpft, die europäischen Finanzkrisen seiner Zeit hat er mitverursacht.
Mit seiner Abneigung gegenüber dem Papst stand er jedoch nicht allein: im XIX. Gesang des Inferno verewigt Dante den damals noch lebenden Papst und reserviert ihm einen Platz im Feuer. Dantes Hoffnungen gingen bald danach (1313) mit dem katastrophalen Ausgang des für lange Zeit letzten Eingreifens eines deutschen Kaisers auf italienischem Boden, Heinrichs VII., in den Orkus der Historie.
Für Dante, der Giotto gekannt hat und den Giotto ersichtlich gut kannte, waren diese Ereignisse der Zusammenbruch eines Weltbildes, nicht mehr und nicht weniger. In seiner Commedia, die erst später den Beinamen "die Göttliche" erhielt, überliefert er das Denken, Hoffen und Leiden des mittelalterlichen Menschen, und hinterlässt eines der größten und erschütterndsten Werke der Weltliteratur, ja der Kunst überhaupt. Von allen heute kaum noch gelesenen Büchern ist dieses gemessen an seinem inneren Wert das kaumst gelesene.
Dante war auch die Familie Scrovegni bekannt, zählt er doch in seinem siebzehnten Gesang der Hölle, geführt von Vergil, Reghinaldo degli Scrovegni als Wucherer auf, als "Paduaner unter Florentinern", während sein Zeitgenosse Giotto als Florentiner unter Paduanern für dessen Sohn Enrico die Familienkapelle ausführte. Giotto allerdings hatte für Bonifaz gearbeitet, während Dante ihm sein verhasstes Exil verdankte. Und Giotto werkte für die Scrovegni: er war Künstler, Dante Politiker. Hier ist anzumerken, dass allerdings auch Giotto zuerst der Frömmigkeit diente: Enrico Scrovegni erbaute die Kapelle in der ehemaligen römischen Arena neben dem heute verschwundenen Scrovegni-Palast als eine Art von Sühneleistung für den obszönen Reichtum seiner Familie. O verwendeten die Wucherer der Gegenwart ihre Mittel ähnlich segensreich!
Dass aber Giotto die Wunden seiner Zeit ebenso durchlitt wie Dante, zeigt sich in seinem Werk: gerade in seinen Versuchen, das Himmlische als solches festzuhalten wird die Sehnsucht des Menschen des frühen vierzehnten Jahrhunderts nach einer besseren Welt sichtbar. In seinem Jüngsten Gericht in der Arenakapelle, das in seiner Intensität erst von Signorelli in Orvieto und Michelangelo in der Sixtina wieder erreicht wird, wird das Flehen um eine Ordnung sichtbar, die sich gerade damals auflöste. Dieser sichtbar gemachte dies irae ist fürwahr ein Tag des Zorns, aber eben auch eine Verheißung. Ihn vor Augen verließen die Gläubigen den Ort des Gebets. Der einschiffige Raum ist im Gesamten ausgemalt, an den beiden Längsseiten finden sich die die Handlung tragenden Fresken.
Die beiden Zyklen von Padua, das Marienleben und das Leben Jesu, haben Generationen von Analytikern inspiriert. Die ersten Grisaille-Malereien der Kunstgeschichte, Allegorien der menschlichen Tugenden und Laster in annäherndem Schwarz-Weiß, fallen in der Farbenfülle kaum auf. Gerühmt wurden und werden Giottos lyrische Ausdrucksform, seine atmosphärische Dichte, seine verhaltene Leidenschaft, die Einbeziehung der Natur und des Lichts (während das Byzantinische noch bei Cimabue bestimmend war), vor allem aber sein Humanismus.
Die Gesichter vieler Nonnen ähneln einander, wirken auch realiter wie flache schielende Flundern, und ihnen ähneln so gut wie alle Gesichter vieler Geringerer aus Giottos Epoche. Seine Gesichter durchbrechen immer wieder eine Grenze. In seiner perspektivischen Darstellung gelingt ihm oft Großes, dann wiederum scheitert er an einer Verkürzung. Man merkt das ungeheure Ringen um den Fluchtpunkt, das vergebliche Tasten nach gültiger Geometrie, die heute jeder Pflastermaler mühelos hinkriegt. In manchen seiner Gesichter kommt jedoch zum Ausdruck, dass Trauer, Freude, Glaube, Hoffnung und Liebe nie anders ausgesehen haben als heute, immer schon ausgesehen haben wie vor siebenhundert Jahren. Das Böse in seiner Zeit war das gleiche wie das der unseren, aber das Gute ist dasselbe, es ist noch da. Das ist der Unterschied. Dass er uns diese seine Brüderlichkeit aus den Tiefen seiner Zeit bewahren und mitgeben konnte, über Jahrhunderte und alles andere hinweg, macht den Humanismus aus, der Giotto über Kriterien der Kunstgeschichte erhöht. Die Würde des Menschen ist ewig.
Man sollte Giotto nur sehen wie Juliette Binoche die Kreuzlegende des Piero della Francesca im "Englischen Patienten" oder den Rembrandt in den "Liebenden vom Pont Neuf" - schwebend oder halb blind, sich seiner Unmöglichkeit bewusst, den einen, richtigen Blickwinkel zu finden. Man sollte ihn in großen Abständen sehen, um sein eigenes Wachsen ermessen zu können, man sollte seine Eindrücke speichern können, wie man ihn gesehen hat, als man zu jung war, als man zu beschäftigt war, als man zu alt geworden war. Zu leicht für Kinder, zu schwer für Erwachsene, das Mozart-Wort trifft hier ganz zu.
In einem der grenzgenialen Calvin & Hobbes-Comic-Strips überzeugt der Vater seinen sechsjährigen Sohn davon, dass die Schwarz-Weiß-Fotos im Familienalbum farbig sind. Nur die Welt sei damals noch schwarz-weiß gewesen.
Wir sehen in Padua Giottos Welt. Nicht die, von der wir glauben, dass er gesehen hat, was er glaubte.
Wer heute die Arenakapelle besucht, muss sich anmelden (www.cappelladegliscrovegni.it/: man spricht nicht deutsch): es werden nur Gruppen von bis zu 25 Personen für jeweils etwa zwanzig Minuten eingelassen. Davor passiert man eine Luftschleuse, Schiffsschotten ähnlich, um die Raumtemperatur zu gewährleisten. Dass im Inneren der Kapelle, die auch in ihrer Architektur ziemlich sicher auf Giotto zurückgeht, das rundum führende Holzgestühl zur derzeitigen Großausstellung "Giotto und seine Zeit" nicht fertiggeworden ist, nach fünfzig Jahren ständiger Restaurierungsarbeiten an den Fresken, ist unerklärlich. Man steht in einer Baustelle. Noch schwerer nachvollziehbar ist die Tatsache, dass die eigentliche Pforte der Kapelle keineswegs luftdicht schließt und die Luft sichtbar frei mit der Außenluft zirkulieren kann: wozu dann die Besucherregulierung, sosehr eine solche an sich zu begrüßen ist?
Das angeschlossene - exzellente - Museo Civico befindet sich in den Konventsräumen des Eremiten-Klosters. Ein 1985 fertiggestellter Neubau wurde 1995 abgerissen, weil die Paduaner eine Beeinträchtigung des Baukörpers der Eremitanikirche fürchteten. In Italien finden solche Debatten statt.
Padua ist ein bisschen widersprüchlich. Die Stadt des Heiligen Antonius wird zeitweise von Pilger- und Touristengruppen überschwemmt, die dessen gewaltige aber auch gewaltig misslungene Grabeskirche im Süden der Stadt aufsuchen, um Eheglück, Kinder und Verlorenes beten, vielleicht noch einen Blick für Donatellos Reiterstandbild des Gattamelata erübrigen, und Padua selbst gar nicht zu Gesicht bekommen. Lachhafterweise wurde Padua erst kürzlich in das UNESCO-Welterbe der Menschheit aufgenommen - wegen des botanischen Gartens. Dabei ist die Stadt schön, mittelalterlich im gesamten piazzegesäumten Zentrum, mit Laubengängen wie in Bologna, mit der fast ebenso alten Universität von 1222, die dafür sorgt, dass fast jeder dritte Paduaner Student ist.
Padua ist auch eine reiche Stadt, die Boutiquen der Fussgängerzone wären einer Hauptstadt würdig und vereinen die großen Namen der italienischen wie der französischen Modeschöpfer. Dass in den Bars der Innenstadt weitverbreitet das Rauchverbot eingehalten wird, beweist, dass die Italianità weniger wird, wo Europa sich stärker auswirkt. Venedig ist nah', was dazu beiträgt, Padua nicht den Zustrom an Kunstsinnigen zukommen zu lassen, der der Stadt zustünde. Neben der Serenissima kommt auch ein Giotto zu kurz. Dafür bleiben die Liebhaber unter sich.
Giottos Ruhm war zu Lebzeiten schon unerhört, das war an sich ein Novum. Dass es noch dauerte, bis sein Weg fortgesetzt wurde, bis die Revolution wirklich eintrat, war nicht seine Schuld, hat ihn aber in einsamerer Größe dastehen lassen: die europäischen Hungersnöte 1315-1318, die politischen Wirren und die verheerenden Pestseuchen um die Mitte des 14. Jahrhunderts haben dafür gesorgt, dass erst fast hundert Jahre nach ihm Masaccio dorthin gelangen konnte, wo ein Jahrtausend davor aufgehört worden war: hätten die Römer ihr Weltreich über die Völkerwanderung weiterbestehen lassen können, hätten sie den Barock erreicht. So waren Giotto und einige andere notwendig, um die Grundlagen zu schaffen für die Renaissance, die auf ihnen fußt, und deren Tor an ihrem Ende von Michelangelo mit einem furchtbaren Knall geschlossen wird. Dieser hat die Antike vollendet und beendet, und in seinen letzten Werken die Moderne gesehen. Und dass kein Retter mehr kommen würde.
|
Jul 08
2007
|
Paris comme il fautPosted by akriegelstein in Untagged |
Eine kleine Gebrauchsanweisung: Tipps für drei, vier Tage in der Schönheit an der Seine. Man braucht zwar immer NOCH mehr Geld, um Paris halbwegs menschenwürdig zu genießen, aber es ist immer wieder jede Minute wert und jeden Tausender.
Aimer Paris
Beste Aussichtspunkte:
- Galeries Lafayette, hinter der Oper, vom Dach aus
- Eiffelturm (eher abends, eher nur um "oben gewesen zu sein")
- Centre Pompidou, Notre Dame, Sacré Coeur, Tour Montparnasse
- Blick von der Place de la Concorde hinauf auf die Champs Elysées - nachts oder bei Sonnenaufgang
Beste Führer:
- Michelin "Paris": am informativsten, übersichtlichsten und relativ billig, Stadtteilpläne der jeweiligen beschriebenen Gegend, die besser sind als die "normalen" Stadtpläne;
- Eckart Peterich: "Pariser Spaziergänge", Prestel Verlag: die schönste literarische Liebeserklärung, was in diesem Fall etwas heißen will;
- MERIAN-Hefte "Paris": viel Stimmung, mehrere Jahrgänge, zum Schmökern vorher oder nachher;
- Du Mont Visuell, "Paris": der aufwendigste, 3-D-Pläne, man sieht alles, worüber man liest, sehr liebevoll gemacht, allerdings merkt man recht drastisch, wie viel man nicht "unterbringen" kann;
Bestes Ausgehen am Abend:
- Montmartre - nicht ganz oben und nicht um die Place du Tertre, sondern die Westseite des Hügels - dort, wo Amélies Lokal sich befindet...
- Umgebung der Place de la Bastille: seit Mitte der Neunziger sehr trendy, viel los
- Rue St. André des Arts und Umgebung (Ausgangspunkt Place St. Michel): etwas vom alten Paris, zwischen Quartier Latin und St. Germain-de-Prés
- Quartier Latin, insbes. um St. Séverin: gleich daneben, etwas mehr touristisch, gegen Mitternacht rammelvoll, Straßenmusikanten, ...
- Centre Pompidou und Umgebung: jung, chic, cool
Schlechtestes Ausgehen am Abend:
- Montmartre um die Place du Tertre, Pl. Pigalle, Montparnasse, "Nachtclubs" wie Moulin Rouge, Crazy Horse, Paradis Latin, Lido etc.(außer für Wiener Gürtel-Freaks und Grinzing-Liebhaber: aus total verschiedenen Gründen ist jeder dieser Punkte ein Verbrechen gegen den guten Geschmack)
Beste Bootsfahrt auf der Seine:
- Pont de l'Alma, Nordseite: Bateaux Mouches, alle 30 Min., bestens bei Sonnenuntergang (bester Tunnelpfeiler und Diana Spencer- Wallfahrtsort: 3. von links, ganz in der Nähe ...)
Bestes Essengehen:
- Crêpes und Sandwiches (Baguettes) überall, zu jeder Tageszeit; mit Crêpes-Inhalt Vollgesabbertzusein gehört unbedingt dazu; Sandwiches Grecs sind Baguettes mit Kebap und um drei Uhr morgens megawichtig;
- Restaurant Hippopotamus (gibt es viele in ganz Paris, z. B. beim Forum des Halles): relativ günstig, saugute Steaks, trotz Kettencharakter ziemlich pariserisch
- Wirklich gut Essen ist ganz ganz teuer; ein nettes kleines Lokal mit Ambiente und bürgerlichen Preisen kennt jeder Paris-Kenner, aber es ist immer gerade neuübernommen oder heute geschlossen - Glückssache ...;
- Au Pied de Cochon (beim Forum Les Halles, seit 1944 keine Sekunde geschlossen!): elsässische Küche, nicht billig, aber gut und sehr authentisch, auch was den Platzmangel, die winzigen Tische und das gestreßte Personal betrifft - reservieren;
- Tour d'Argent (reservieren!): Bester Ausblick, bestes Essen, beste Enten, Menü ab ca. E 300,-/Person, dafür sind die Enten nummeriert...
Bestes Shopping:
- Forum des Halles: vier Stock abwärts, 440 Geschäfte usw.
- Rue de Rivoli, vor allem Höhe Louvre bis Höhe Rathaus
Bestes Relaxen:
- Garten des Palais Royal; gratis, ruhig, supergut (hier gab's die ersten Puffs, die ersten Cafés und den Ausbruch der Franz. Revolution {der von 1789})
- Père Lachaise: Friedhof aller Friedhöfe, Romantiker fallen hier dauernd in Ohnmacht
Beste Kultur-Musts:
- Notre Dame und Sainte Chapelle (beides in 2 Stunden abhakbar, dann sollte sich das Leben allerdings verändert haben; ein früher Morgen in Notre Dame (8 Uhr) entspricht ein paar Ewigkeiten im Paradies)
- Louvre (trotz oder wegen der Größe, ist einfach ein Irrsinn, und ein guter, und so viele solche gibt's nicht auf der Welt)
- Musée d'Orsay (schon allein das Gebäude, natürlich die Impressionisten, ...)
Beste Geheimtips:
- Musée Carnavalet (Historisches Museum der Stadt in einem Marais-Palais, ganz fein!) - Challenge: finde die Proskriptionsliste, die Robespierre gerade unterschrieb, als er verhaftet wurde (inkl. Blutflecken!)
- St. Denis (allerallererste gotische Kirche, (wg. Revolution leere) Grablege der franz. Könige seit dem 7. Jahrhundert, fast nie Touristen, turbogute Präsentation mit Kopfhörer und Infrarot-Berieselung; mit Métro erreichbar, Umgebung typisch pariserische Vorstadt, d.h. siehe Dante, Inferno
Schlechtester Ausflug:
- Versailles (zu weit, zu mühsam, zu teuer, zu überlaufen, zu anstrengend; vielleicht nächstes Mal)
Bestes Spazierengehen:
- die großen Boulevards: Oper bis Place de la Rèpublique
- Marais-Viertel, unbedingt mit Pl. des Vosges, möglichst sonntags
- Canal Saint Martin
Beste Öffibenutzung:
- Carnet (10er-Pack Métrotickets)
Bestens zu vergessen:
- "Normale" Supermärkte (findet man nicht), Taxis (findet man auch nicht, insbes. nach Mitternacht; wenn doch: sie sind leistbar), Pariser Höflichkeit (außer man spricht französisch so richtig gut, dann ist es umgekehrt), Flippern (außer man ist auf dem jeweiligen Gerät GOTT), Bier nach 22.00 Uhr (Preise im Orbit)
Beste Typen, auf deren Spuren man sich befindet:
- Rilke, Hemingway, Fitzgerald, Joseph Roth, Ludwigs (insbes. N° XIV bis XVI), Napoléon, Picasso, Blaise Pascal, Ödön v. Horvath, Gertrud Stein, Edith Piaf, James Joyce - NICHT (wiederhole: NICHT) Diana Spencer
Beste deutsche Buchhandlung:
- (wenn man gerade gemerkt hat, daß einen die Stadt umhaut und man alles über sie auf deutsch nachlesen will, bzw. wenn man gerade gemerkt hat, dass einem fad ist, weil nix los und alles zu teuer ist, und München wäre sicher lustiger gewesen und dort ist das Bier besser und ...): Marissal, Platz des Centre Pompidou, Nordseite
Beste American Bar:
- Harry's, Rue Daunou (Nähe Pl. Vendôme): wenn das Geld eh scheißegal ist, und außerdem war Hemingway hier und hier sprechen alle anderen auch nicht französisch...
Bester Blick auf den Eiffelturm:
- Überraschenderweise nicht von ihm aus, sondern vom Trocadéro-Plateau aus
Beste Klopause:
- Hotel Ritz; Pl. Vendôme: 1. wg. des Platzes, 2. wg. des Hotels, 3. wg. Hemingway, 4. wg. der Auslagen in der Umgebung, 5. wg. Diana Spencer
Beste Cafés:
- Aux Deux Magots und Le Fleur in St. Germain-des-Prés, St. Séverin beim Pl. St. Michel, La Paix vor der Oper, und alle anderen
Beste Aktion in Paris:
- Aufenthalt verlängern
Zweitbeste Aktion in Paris:
- Beschließen, wiederzukommen
|
Jul 08
2007
|
Venice for PleasurePosted by akriegelstein in Untagged |
ist gleich der Titel nicht nur des besten Führers für Venedig, sondern des besten je geschriebenen irgendeiner Stadt. Aber der Reihe nach:
[f]Bestes Hinkommen:[/f]
Per Zug - entspannt in der Früh aufwachen mitten in der Stadt. Fliegen kostet viel Zeit vom An- bzw. Abreisetag. Und eine halbe Tonne CO2 pro Person fällt bei diesem Flug auch an... - muss ja nicht sein.
Per Auto ist sowas wie ein nicht bestandener Intelligenztest. Man kann in Punta Sabbioni oder am Piazzale Roma parken (zum Preis eines Hotelbetts pro Nacht). Aber eigentlich kommen wir nach Venedig auch wegen der Autos. Um keine mehr zu sehen, zu hören, zu riechen.
[f]Bestes Wohnen: [/f]
Es gibt gute und günstige Quartiere - die besten werde ich hier nicht verraten. Nur soviel: Das Collegium der armenische Mönche im Palazzo Zenobio liegt gut (ums Eck vom Campo S. Margherita!), hat einen Ballsaal und einen Garten. Die Zimmer sind mönchisch, aber sauber, ruhig und billig. EZ/DZ ab E 25,-/50,-, mit Bad/WC das Doppelte. In der Nähe des Bahnhofs kann man sehr billig wohnen und dabei Vietnamesich oder Suaheli lernen (dort wohnen teils die Hotelsklaven und Straßenhändler zu zehnt auf fünf Quadratmetern), ausgeraubt werden oder englischen Hooligans ausgesetzt sein, die das Stadion suchen, weil es ja irgendwo ein Spiel geben muss, oder? Das Rio hinter San Marco ist eine gute bescheidene Lösung. Gute Mittelklasse ist das Kette bei La Fenice, Spaß macht es schon im Gritti, Danieli (nur im alten Teil mit Blick auf die Lagune!) und vor allem im Cipriani (ab ca. 500,-/Nacht). Faustregel: Karneval und Biennale sind - auch preislich - indiskutabel. Kanalblick heißt romantisch aber oft laut (O sole mio schmetternde Gondolieri und mit etwas Pech noch mitgrölende Kegelclubs aus Wanne Eickel, ratternde Müllabfuhrboote, etc.). Sommer geht eh nicht, weil überlaufen. Deshalb:
[f]Beste Zeit: [/f]
Oktober nach der Biennale bis 14 Tage vor Faschingsdienstag, nach dem Karneval bis 10 Tage vor Ostern. Alles andere ist tabu, sauteuer und komplett touriverseucht.
[f]Bestes Essen: [/f]
La Colomba, das Graspo de Uà, die Locanda Cipriani auf Torcello sind gut. In ein paar der großen Hotels, vorzugsweise mit Blick auf den Canal Grande, sowie in Harry's Bar kann man vorzüglich essen - zu wirklich unverschämten Preisen. Sonst gilt: die Panini und Variationen an Sandwiches sind oft ausgezeichnet, seit kurzem gibt es - gute - Kebabs, Pizza über die Gasse ist oft fein, aber alles zwischen Luxus und frugal ist heikel: nie essen, wo Gruppen essen, nie, wo es Fotos der Speisen gibt, nie an den Durchzugsstraßen, nie, wo man reingekeilt wird, nie, wo man Touristenfamilien mit Kindern sieht. Es gibt den Restaurantführer Osterie d'Italia der Slow-Food-Bewegung - die haben immerhin drei Dutzend Lokale in Venedig aufgenommen.
[f]Bestes Trinken: [/f]
Caffè immer und überall, Wein im Glas fast ebenso, aber vor allem do as the venetians do: Spritz (Aperol oder Campari, dazu Weißwein mit Selterswasser oder Prosecco). In gewissen Gegenden färbt sich die ganze Stadt ab gegen Abend rötlich und orange. Und damit kann man sich einen umhängen ohne die Kreditkarte zum Glühen zu bringen (E 1,50,-/Glas, gut eingeschenkt). Harry's etc.: einmal, um zu wissen, dass man nichts versäumt, wenn man nicht mehr hingeht.
[f]Coolster Bürgermeister: [/f]
Massimo Cacciari, hatte eine Affäre mit Silvio Berlusconis Frau (Professor für Ästhetik am Institut für Architektur der Universität Venedig - er, nicht sie...), als der schon MP war.
[f]Bestes Sightseeing: [/f]
[f]Regel eins:[/f] bei den ersten fünf bis zehn Besuchen: keine Kirchen, auch nicht San Marco. Das ist so wie in Rom: die meisten kommen eh nur einmal und sehen sich etwas unterm Mikroskop an, von dem sie nie ein Gesamtbild erkennen (und was ihnen auch im Détail unverständlich bleibt).
[f]Regel zwei: [/f]spazieren, spazieren, spazieren.
[f]Regel drei:[/f] keine der Straßen mehr als einmal nehmen, die den Bahnhof mit der Rialtobrücke und diese mit San Marco verbinden.
[f]Regel vier:[/f] San Marco (Piazza und Bezirk) überhaupt auslassen.
[f]Regel fünf: [/f]OK, San Marco muss einmal sein (ich hab' dort insgesamt - allerdings bei 68 Aufenthalten - sicher eine Woche verbracht, it pays): die Basilika deutlich vor neun Uhr morgens, nördlicher Seiteneingang - Sie wollen schließlich nur bei der byzantinischen Maria Nicopeia beten... ;-)
Dogenpalast: sehr früh oder sehr spät, Tickets am Vortag besorgen, und dann die inkludierten Sachen nicht vergessen: Museo Correr (wunderbar, Stadtgeschichte), "Geheime Gänge" (Aufpreis, lohnend, wenn möglich nicht die deutsche Führung mitmachen, auf ital., engl., franz. sind die Führungen besser und das Publikum fröhlicher...), Museo del Risorgimento.
Campanile der Markuskirche: bei Schönwetter unbedingt und bei Sonnenuntergang: von dort sah Goethe erstmals das Meer und so mancher den Himmel, so schön ist der Blick über die Serenissima. Der Blick von S. Giorgio Maggiore vis-à-vis ist übrigens noch besser...
Ein Drink im Quadri oder Florian abends bei Musik: ja, aber nicht über den Rechnungsbetrag nachdenken. Und nicht über alle an den Nachbartischen, die ausschließlich das tun.
[f]Regel sechs:[/f] Sobald man reif ist für die Kirchen nimmt man ein Sammelticket für die wichtigsten, ist ein Jahr lang gültig. Für San Zanipólo zahlt man extra, aber das ist es wert.
[f]Regel sieben:[/f] Accademia mit Vergnügen besuchen, eine der besten Gemäldegalerien der Welt, klein, überschaubar, allein wegen Giorgione und Carpaccio die Reise wert, öffnet 08.15!
[f]Regel acht:[/f] Nicht alle Bilder in den Museen und (107!) Kirchen sind erstrangig. Es macht viel Spaß, sich über die vielen schlechten Palma Giovane lustig zu machen oder über Tintoretto, der den Lichtschalter nie gefunden hat. Oder Pferde in Kirchen zu zählen oder Löwen überall. Tauben am Markusplatz gibt es übrigens 2.534, in Venedig ständig über 100.000. Nicht füttern!!!
[f]Regel neun: [/f]es gibt viel und gute Moderne, nicht nur im Guggenheim.
[f]Regel zehn:[/f] hin und wieder innehalten, niederknien (zumindest im Geiste) und sehr, sehr glücklich sein. Darüber, dass es Venedig gibt, darüber, dass es so nah ist, und vor allem darüber, dass Du gerade dort sein darfst.
[f]Bestes Fortbewegen: [/f]
Zu Fuß, man geht rechts. Nicht nebeneinander in schmalen Gassen, nicht Stehenbleiben auf Brücken oder an engen Stellen.
Vaporetto: Mehrtageskarten sind ok, aber wozu überhaupt?
Gondel: zum Überqueren des Canal Grande um E 0,50 an mehreren Stellen ja, sonst: NO!
Taxi: machen Sie gern bei Kettenspielen mit? Setzen Sie gern auf österreichische Fußballclubs in internationalen Bewerben? Es gibt so viele sinnlose Arten, ein Vermögen zu verbrennen...
Schwimmen: verboten, plus man riecht nachher nicht so gut, wie ich ´mal am eigenen Leib erfahren musste. Es gibt aber zwei Bäder (wer die findet, ist gut...)
[f]Schlechtestes Spielcasino:[/f] Palazzo Vendramin, heute das einzige (als Napoleon kam, gab es immerhin noch 137). Dort starb Richard Wagner, und das würde er mit Vergnügen wieder tun, wenn er das Publikum sähe. Die Befreiung des Balkans ist großartig, und das Selbstbewusstsein gewisser ländlicher Schichten aus der Basilikata oder der Lombardei ist es auch, aber jemand sollte denen sagen, was kleidungsmäßig alles nicht wirklich geht. Venezianer und Pleasure-Seeker gehen seit 1870 nicht mehr hin.
[f]Schlechteste Jahreszeit:[/f] "Karneval". Als Rokoko-Venezianer verkleidete albanische Lohnsklaven der Tourismusindustrie und ebenso kostümierte freiwillig mitmachende Besucher aus Ohio, Seoul oder Tribuswinkel auf der Suche nach der unwiederbringlich verlorenen Würde, die sich zum Affen machen und dabei gegenseitig fotografieren.
[f]Schlechtester Vorsatz:[/f] hinziehen. Unleistbare Mieten in Verbindung mit der schönsten Stadt der Erde vermixt mit Horden kurzbehoster Tagesbesucher der ultimativ unakzeptabelsten Art, Stadtpläne und verzweifelte Runden drehend, unfassbaren Kitsch kaufend und Karikaturen sowie Alpträume darstellend - wer noch dort wohnt, muss das. Oder kann es sich leisten, nur in den o.a. Perioden dazusein.
[f]Schlechteste Idee: [/f]Hinfahren zum Italienischlernen. Man spricht Venezianisch, was wie Italienisch gesprochen von einem zuzelnden Karel Gott klingt.
[f]Beste Gegenden: [/f]Dorsoduro (Campo S. Margherita, abends, nachts), Cannaregio (nördlich vom Ghetto, tags)
[f]Beste Führer:[/f] J.J. Links, Venice for Pleasure, es gibt nichts Vergleichbares. Dankesbezeugungen werden als Kommentare akzeptiert.
Jan Morris, Venice
Die Guidebooks von Michelin (auch dt.) und Lonely Planet (engl., ital.) sind zuverlässig und empfehlenswert, sonst gilt die Faustregel: ab E 20,- sind die meisten seriös, fast alle anderen eine Zumutung.
Alexander Kriegelstein: nur mehr for pleasure
[f]Beste Filme: [/f]
Der Tod in Vendig
Wenn die Gondeln Trauer tragen
Begegnung in Venedig (Lelouch, HASARDS OU COINCIDENCES)
[f]Beste Literatur: [/f]
Hemingway, Across the River and Into the Trees
Ein Soldat aus dem Großen Krieg, Mark Helprin
Ein Liebhaber ohne festen Wohnsitz, Fruttero & Lucentini
Und so viel mehr, zu viel allerdings, z.B.: Donna Leon! Sie lässt ihre Sachen nicht ins Italienische übersetzen, und sie weiß warum. Essen Sie gerne Topfenstrudel beim Chinesen?
[f]Bestes Gedicht: [/f]
Venedig
An der Brücke stand
jüngst ich in brauner Nacht.
Fernher kam Gesang:
goldener Tropfen quoll's
über die zitternde Fläche weg.
Gondeln, Lichter, Musik -
trunken schwamm's in die Dämmrung hinaus
...
Meine Seele, ein Saitenspiel,
sang sich, unsichtbar berührt,
heimlich ein Gondellied dazu,
zitternd vor bunter Seligkeit.
- Hörte jemand ihr zu? ...
Friedrich Nietzsche
|
Jun 26
2007
|
Ein Tremperglück!Posted by nogax in Untagged |
Angekommen in Bangkok, der Hauptstadt von Thailand, wusste ich bereits in welche Bleibe und welchen Stadtteil möchte. Neu war aber für mich, der Weg vom Flughafen in die Stadt. Ich hatte nur eine gewisse Ahnung, denn Monate vor Thailand, erzählte mir ein Freund aus Canada, dass es einen regulären öffentlichen Bus gibt und der zehn mal günstiger ist, als der extra fahrende Airportbus. Ich musste nun nur herausfinden, ab wo und wann. Das war aber leichter als gedacht. Durch die Tür und links und auf den Bus warten. Nach einer Stunde Fahrt, war ich auch schon in meinem bereits vor Myanmar gebuchten Guesthouse. Ich ließ mir während der Zeit meines Aufenthalts im Land des Lächelns, meine gesamte Camping Ausrüstung in das Guest House schicken, weil ab Bangkok ist keine dauerhafte Adresse mehr habe um etwas zu empfangen. Neues Packen und überlegen wie ich wo was verstaue, damit mein Rucksack dennoch klein bleibt und ich überall einsteigen kann ohne ihn abzunehmen stand bevor. Nach mehreren Versuchen hatte es endlich geklappt. Alles drinnen und dazu noch kompakt gehalten, wie zuvor auch. Meine Packliste vom 30.Dezember 2006 war somit nicht mehr richtig. Ich aktualisierte meine Website vollständig und war froh, endlich wieder auf Strecke gehen zu können. Meine erste Zugfahrt in Thailand stand bevor.
Ich wusste nur so ca. Zeiten wann der Zug nach Kanchanaburi geht. Um nicht zu spät am Bahnhof zu sein, machte ich mich besonders früh auf die Beine und konnte gleich mal als Bonus einen wunderschönen Sonnenaufgang über Bangkok erleben! Wunderschön!
Kilometerweiter Weg zum Bahnhof und vieler falscher Weisungen oder einfach nur Missveständnisse wegen keiner Englisch Kenntnisse der weniger Passanten, kam ich am Ziel an. Eine Stunde warten, zwei Stunden Fahrt und ich war da. Kanchanaburi, ein Ort nahe der Grenze zu Myanmar. Bei der Auswahl der Bleibe fiel es diesmal sehr einfach. Ich wurde am Bahnhof mit einem Moped und einer Frau als Fahrer, zu ihrer mitgenommen, um es mir erstmal anzusehen. Da ich eigentlich so etwas generell nicht mitmache, aber ich dadurch wenigstens den langen Weg vom Bahnhof zur Stadt zu Gunsten meiner hätte, willigte ich ein. Gewechselt habe ich die Bleibe dann aber nicht. Wunderschön gelegen am Fluß "Kwai" und einem Bungalow direkt darauf. Fährt ein Boot vorbei, schwingt das Häuschen mit. Besonders schön während dem Schlaf, wie sich herausstellte. An einem Tag gönnte ich mir ein Kanuausflug dem Fluss entlang und später einem Bad mit einem Elefanten. Das war vielleicht ein Spaß! Zurück in der kleinen Stadt, in der ich eigentlich nur zwei Nächte bleiben wollte, aus denen dann vier wurden, weil es einfach zu schön war, fuhr ich mit einem Zug sehr sehr früh am Morgen Richtung Norden. Ganz alleine in einem Waggon konnte ich machen, zu was ich lust hatte. So ließ ich es mir nicht nehmen, sich aus dem Waggon hängen zu lassen, seis auf der Linken-, der Rechten- oder einfach der Rückseite. Das war super! Die Landschaften waren natürlich auch super! Den Weg von 120 Kilometern habe ich dann in nur eineinhalb Stunden und drei verschiedenen Fahrzeugen zurückgetrempt.
Auch für diesen Ort gab es mal ein Ende und von dort an verließ mich mein Tremperglück länger als eine Woche nicht mehr. Besonderes Highlight war, als ich im National Park "Khao Yai" einen Herrn mit seinem Jeep angehalten habe, um mich mitzunehmen und er mich als erstes fragte, wo ich hier schlafen möchte. Für mich eine neue Frage als sonst, aber nicht ohne Grund gestellt. In diesem rießigen Park, wo "Leonardo Di Caprio" im Film "The Beach" von einem Wasserfall sprang, der in diesem Park ist, gab es nur zwei Camping Plätze und alles andere als Gefährlich gilt (wegen freilebenden Elefanten und man diese nicht unterschätzen sollte).
Ich fragte ihn mit der selben Frage gegen und so fuhr ich mit ihm zu einem Campingplatz seiner Wahl. Beim Aussteigen fragte er mich, ob ich ein Zelt hätte, ich antwortete "Ja aber, das ist kein richtiges Zelt nur ein Moskitonetz". Daraufhin ging ich zum "grünen" Bereich und suchte mir einen Platz aus. Regenzeit in Thailand und ich ohne Regenschutz, da konnte ich nur hoffen, dass es die Nacht über trocken bleibt. Der nette Herr, der mich zuvor mitgenommen hatte, kam mit einem gemieteten fünf Personen Zelt und quarterte sich neben mich ein. Ich half ihm beim Aufbau, denn mein Mosktionetz, dass einem Tunnel gleicht, ist in wenigen Sekunden aufgebaut. Sein rießiges Zelt aufgestellt, nahm ich meins heraus und stellte es auf. Er sagte nur "WOW!". Hehe. Naja, ich konnte dann selber "WOW" sagen, als ich das nähernde Gewitter sah. Er lud mich zu sich ein sein Zelt ein und wir wurden dicke Freunde. ;) Tag darauf und eigentlich den nächsten auch noch, verbrachte ich die Zeit mit ihm und fuhr durch die Gegend. Mit der Zeit erzählte er mir so seine Lebensgeschichte in einem recht guten Englisch und so stellte sich heraus, dass er Arzt sei, eine Range mit 83 Rehen und eine Schrimmfarm hätte und sich hier in der Umgebung vom National Park, weils recht bergig ist und er die Berge liebt, ein Land sucht. Seine Heimat, im Süden Thailands sei ihm zu unsicher. Viel zu oft gehen in seiner Umgebung Bomben von islamischen Leuten in die Luft. Während der Zeit, die ich mit ihm verbrachte, schrieb ihm seine Frau, dass weitere Bomben das Leben unsicher machten und drei Menschen verletzt wurden. Ein ernster Grund mehr, um nach Land zu suchen. Ich kam in atemberaubende Gegenden an, jedoch alles zu groß für ihn, meinte er. Er möchte ein Land wo er sich zu Ruhe legen möchte und nicht um zu Arbeiten. Klingt logisch! Vom wunderschönen Fleck zum anderen und so erfuhren wir mehr als 200 km an diesem Tag. Er lud mich öfters zum Essen ein und erklärte mir auch vieles während der Fahrt. Die nächste Nacht verbrachten wir wieder an einem Campingplatz, diesmal an dem anderen im National Park und er zeigte mir, wie man Rehe füttern kann, ohne dass sie weglaufen. ;) hehe.
Am nächsten Morgen trennten wir uns und ich nahm meinen Weg per Anhalter wieder auf. So kam ich paar Fahrzeuge später auf einen Manager bzw. Chef einer Getränkefirma. Ich durfte ihm auf seinen Geschäften begleiten und so kam ich auch eine Abwicklung, wo es darum ging, sein Wasser an eine Schule zu vertreiben. Eine Einladung in sein zu Hause nahm ich gerne an, doch bei der Fahrt dorthin, musste er mir absagen, weil er einen Anruf aus seiner Firma bekommen hatte und zurück musste. An diesem Tag kam ich sehr weit, jedoch nicht wie gewollt an meinem Ziel an, sondern an einem anderen. Mal wieder hat der Fahrer missverstanden. Aber das ist auf meiner Reise nicht all zu wichtig. Denn genau der Zufall macht das Besondere!
Ich übernachtete am Bahnhof und nahm den ersten Zug Richtung "Ubon Ratchathani". Zwar eine Großstadt aber in zwei Teile geteilt, ich wählte den ruhigeren und war überglücklich. Morgens um die Ecke leckerschmecker Frühstück und Abends ein rießiger Markt auf einer offenen Straße, wo ich mich nicht entscheiden konnte, was ich zuerst schlemmen wollte. Deswegen entschied ich mich eine weitere Nacht hier zu verbringen, um eben wirklich alles probiert zu haben. Bereut habe ich es nicht.
Mit der Zeit plante ich das per Anhalter reisen in Thailand, als wäre es sicher, dass ich mitgenommen werde. Am Tag der Abreise aus der schönen Stadt, war ich kaum aus dem Guesthouse, schon konnte ich eine Mitfahrgelegenheit in Anspruch nehmen. Erst beim genauen hinschauen, erkannte ich, dass es ein ziemlich junger Fahrer war. Der Vater, der neben ihm saß und bisschen Englisch sprechen konnte, wies mich ein, dass sein 15-jähriger Sohn gerade das Fahren lernt. Hehe. Ich dachte mir, so lange nichts passiert, ist es in Ordnung. Sicher wurde ich an das Ende der Stadt gefahren und ich hielt ein weiteres Auto an, dass mich auch weiter brachte. Tage des Trempens vergingen und nur selten hatte mich das Glück verlassen. In "Nong Khai" angekommen, eine Grenzstadt zu Vientiane in Laos, lernte ich noch am selben Tag eine tolle Person kennen. "Annemarie" aus Deutschland, die seit mehr als fünf Jahren mit ihrem Fahrrad unterwegs ist, Neuseeland zu erreichen. Unglaublich! Genau, das dachte ich mir auch. Sie verbrachte zweieinhalb Jahre in Indien. Das heißt was! Lange unterhielten wir uns an zwei Abenden am mystischen Mekong Fluss, eher ich mich Richtung Westen und dann Norden machte. Schließlich wollte ich mein Visa nicht überziehen und Strafe zahlen. Eine weitere Perle Thailands fand ich dann im Norden auf. "Mae Salong", ein Ort an dem viele Chinesen leben das sogenannte Bergvolk "Yunnese" und es auch zu spüren lassen. Weniger fröhlich als sonst in Thailand aber dafür landschaftlich, klimatisch und alles was ich sonst brauchte, hatte ich um mich. Andere Bergvölker sind dort auch einfach auf den hohen Straßen unterwegs. So konnte ich deren Leben auch ohne eine gebuchte Tour erleben. Aus geplanten zwei Tagen wurden so vier. Viel zu sehr hat es mir dort gefallen.
Einen letzten Tag trempen und ich hatte Thailand in mehreren Tausenden Kilometer dank der Hilfe all der Fahrzeuge, "umrundet". über das berühmte "Dreiländer-Eck" kam ich an die Grenze zwischen Laos und Thailand. Meine letzte Nacht verbrachte ich einem Tempel und war sehr überrascht, wie einfach das ablief. Es stand für mich nun fest, die nächsten Male auch wieder "Tempelschlafen".
Fotos dazu hier:
http://noxot.de/fotoasia/galerie/index.php/2007-05-20--2007-05-31_West_bis_Ost_Thailand
|
Jun 01
2007
|
HeimkehrenPosted by erstbeste in Untagged |
Bis dahin bin ich sozusagen heimatlos...das Hotelzimmer hab ich schon um 7.00 ausgecheckt...um die Zeit bin ich zu einem Ausflug in die Floating Markets aufgebrochen...naja, war ziemlich toristisch das ganze...ein paar Kanaele, viele bunte Boote und tausend Standln mit voellig ueberteuertem Zeug...und dafuer faehrt man zwei Stunden mit dem Minibus von Bangkok aus...aber gut...man muss auch mal danebengreifen duerfen...wieder zurueck hab ich dann noch etwas gegessen und mir jetzt, um die Zeit zu ueberbruecken, eine einstuendige Fussmassage gegoennt....AAAHH, sehr fein...und jetzt gibts noch eine kleine Internetsession und schwupps, wird es halbfuenf sein...
Bin schon gespannt, ob der Flug diesmal auch so entspannt, weil halbleer ist, wie beim Hinfliegen...hoff es...damit ich schlafen kann...
ok, Fotos kann ich diesmal keine hinaufladen, weil die PCs in ein Kastl eingebaut sind und man nicht zum USB Stecker dazukommt..aber in weniger als 15 Stunden (ohne Zeitverschiebung gerechnet) bin ich daheim und dann muesst ihr euch eh ALLE Fotos ansehen bis zum Abwinken ;o)
bis dann!
Barbara
